Von Sabine Kernbach

 

 

 

Fellnasen standen im Mittelpunkt

 

 

 

Infos und Vorführungen zum Wohle der Tiere beim Tag der offenen Tür

 

 

 

Cham/Tasching. Das Tierheim lud am vergangenen Wochenende zum Tag der offenen Tür ein. Zahlreiche Tierfreunde nahmen dieses Angebot bei sommerlichen Temperaturen gerne an und schlenderten durch die schöne gepflegte Anlage. Die Fellnasen spürten, dass etwas Besonderes los ist. In den Gehegen bellte und miaute es – jede Katze und jeder Hund wollte sich offenbar von seiner Schokoladenseite präsentieren.

 

Wer ein schönes schattiges Plätzchen fand, konnte sich mit leckerem Gegrilltem von 1. Vorstand Jörn Hund verwöhnen lassen oder auch auf das umfangreiche Kuchen- und Tortenbuffet zurückgreifen. Dazu gab es verschiedenen gekühlte Getränke oder Kaffee.

 

Ein Losstand lockte mit attraktiven Preisen, der Erlös kam selbstverständlich den Vierbeinern zugute. Vor allem für die Kinder hatte dieser eine magische Anziehungskraft.

 

Aber ganz besonders galt das Interesse der Besucher  den Vierbeinern. Das Katzenhaus  übte natürlich einen  besonderen Reiz auf die Kinder aus. Kleine Katzenbabys schlängelten sich am Tor entlang und zeigten sich von ihrer besten Seite mit dem Blick „Nimm mich mit“. Aber man muss sich gedulden, wenn sie auch noch so niedlich sind, wird besonders darauf Wert gelegt, die Kätzchen mindestens 12 – 14 Wochen bei der Mutter zu belassen.  Zusätzlich bestand Gelegenheit, auch einen Abstecher zu den Hunden zu machen. Jeder Hund hat quasi seinen Personalausweis an der Tür. Man konnte erfahren, wie der Vierbeiner heisst, sowie sein Alter und Herkunft und seine Charaktereigenschaften . Wollte man mehr wissen, bekam man ausführliche Auskünfte  von den qualifizierten Mitarbeiterinnen. Alle zwei Stunden werden die Hunde aus ihren Zwingern geholt und dürfen toben und tollen im großen Freilaufgehege. Denn an Platz mangelt es auf dem Gelände des Tierheims nicht.

 

Am Samstag fand eine Infoschau über die Verhaltensweisen des Hundes statt. Frau Dr. Roidl (1. Vorsitzende) erklärte den Besuchern, wie das Clickertraining bei den Hunden funktioniert. Das Clickertraining ist eine positive Methode, Tieren etwas beizubringen und mit ihnen zu kommunizieren. Sie beruht auf der Konditionierung von einem Geräusch mit einer Belohnung und ist nahezu bei jedem Tier anwendbar. Biologisch gesehen ist es sinnvoll, Verhalten welches sich lohnt öfter zu zeigen. Dieses Prinzip steckt auch hinter dem Clickertraining. Durch das Training wird die Beziehung zum Tier vertieft und man versteht einander “ohne” Worte. Es ist eine Art Fremdsprache, welche man gemeinsam spricht. Das Tier hat damit viele über den Tag verteilte, oder gezielt in den Trainingseinheiten kleine positive Erlebnisse. Ursprünglich stammt das Clickertraining vom Training mit Delfinen. Es ist ein Hilfsmittel dem Tier sekundengenau zu “sagen”, dass es in diesem Moment etwas richtig gemacht hat. Die Zuschauer waren begeistert und viele hatten sich fest vorgenommen, dies auch mit ihrem Vierbeiner zu trainieren.   

 

 

Am Sonntag kamen  viele Menschen zusammen um gemeinsam an der alljährlichen Segnung für Mensch und Tier teilzunehmen. Dazu wurde Kaplan Daniel Schmid eingeladen. Er bedauerte sehr, dass es immer wieder Menschen gäbe, die in großer Euphorie sich ein Tier anschaffen und dann feststellen müssen, dass sie dem doch nicht gewachsen sind. Und letztendlich ist dann das Tierheim die letzte Anlaufstelle. Kaplan Schmid zitierte den Römerbrief, in dem Gott verspricht, alle Schöpfung von der Sklaverei zu befreien. Denn er hat alles erschaffen, auch alle Tiere. Anschließend segnete er alle Vierbeiner, die in Gemeinschaft mit uns leben. Auch ließ er es sich nicht nehmen, noch jedes einzelne Tier in den Gehegen seinen Segen zu erteilen. Mit einem Vater Unser wurde schließlich  die Segnung beschlossen.

 

Einfach ein wunderschöner Tag; der ohne die Mitarbeiter und Ehrenamtler in der Form niemals möglich gewesen wäre.